Handycam – Fluch oder Segen für die Fotografie

Man sieht immer mehr Handyfotos. Die zunehmende Verbreitung technisch eigentlich guter Kameras in den heutigen Smartphones ist dagegen generell auch nichts einzuwenden. Jedoch ist eine Handykamera nicht zwingend für alle Aufnahmebereiche geeignet, sofern man fotografieren und nicht nur Schnappschüsse machen will.

Bearbeitete Landschaftsaufnahme – Ursprungsfoto wurde mit einem Huawei P8 Lite Mobiltelefon gemacht

Bauartbedingt ist in Handykameras ein sehr kleiner Aufnahmechip verbaut. Dies führt zwangsläufig dazu, dass diese Kameras nahe zu immer eine unendliche Tiefenschärfe mit bringen. Es wird kaum gelingen ein tolles Bokeh zu bekommen – und zwar nichtt, weil der Fotograf es nicht kann, sondern schlichtweg, weil die Technik das nicht hergibt. Um ein schönes Bokeh zum Beispiel bei Poepleaufnahmen zu bekommen braucht man schlicht weg auch einen größeren Chip. Ab dem klassischen APS-C Sensor kann man mit der richtigen Brennweite schöne Freistellungen hinbekommen. Selbst bei 3/4 Chips besserer Brigdekameras tut man sich schon schwer bei dieser Übung. Dies ist einfach eine Grenze der Physik.

Ich persönlich habe jedoch nichts gegen Aufnahmen mit Mobiltelefonen. Ganz im Gegenteil. Meiner Meinung nach, haben diese mittlerweile auch einen festen Platz in der modernen Fotografie. Zum einen gibt es kaum etwas besseres um situative Schnappschüsse zu machen. Der Fokus geht einfach, die Schärfe weit und man hat die Ausrüstung fast immer dabei. Also Perfekt.

Aber nicht nur für Schnappschüsse eignen sich unsere ständigen Begleiter. Auch im Bereich der Landschaftsfotografie haben diese kleinen Geräte durchaus Stärken, welche bei größeren Kameras nur durch das richtige Equipment zu machen sind, oder zum Teil sogar gar nicht zu machen sind. Die nahezu unendliche Tiefenschärfe des kleinen Chips ist ideal für Landschaften. Dazu kommt der große Weitwinkel, welchen die meisten Mobiltelefone in der Kamera verbaut haben. Ebenfalls perfekt für Landschaften.

Wenn nun noch das Licht stimmt und man so die lichtschwachen Optiken überlisten kann, steht schönen Landschaftsaufnahmen nichts mehr im Wege. Ich selbst arbeite auch für Landschaftsaufnahmen immer mal wieder gerne mit meinem Mobiltelefon.

Der zweite Aufnahmebereich, für welchen sich Handykameras sehr gut eignen, sind Nahaufnahmen. Ich spreche hier bewusst nicht von Makros, da mit hier die Möglichkeiten des Bokeh auch fehlen. Der Vorteil der kleinen Kameras ist jedoch die fast nicht vorhandene Nahstellgrenze, welche einen sehr kleinen Abstand zum Motiv zu lassen.

Mein persönliches Fazit: Handykameras können eine Bereicherung für die Fotografie sein, wenn man sie bewusst und zielgerichtet einsetzt. Zum Fluch werden sie jedoch sehr schnell, wenn man sie im falschen Aufnahmebereich einsetzt. Also nichts wie ran ans Handy – und schöne Bilder gemacht 🙂

Herzlichst,

Euer Tom